Axopar 28 Test

Axopar 28: Kaltstart in die Testsaison

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Ein Rumpf, fünf Varianten: Die Axopar28, Hier in der Ausführung mit T-Top

Die Axopar 28 – Kernig, rockig, hoher Wiedererkennungswert, beste konstruktive Gene und jede Menge Power – Der Markenname A-xo-par verrät schon etwas über die legendäre, konstruktive Ahnenreihe. Sakari Mattila und Jan Erik Viitala, Gründer der Marken Aquador, XO-Boats und Paragon werfen mit der Axopar28 das vierte Boot in den Ring. Interessant ist dabei das Konzept der finnischen Konstruktion, die in Polen gebaut wird.

Kenner wissen längst, dass polnische Werften sich mittlerweile einen exzellenten Ruf in Sachen Erfahrung und Verarbeitung auf dem Gebiet des Kunststoffbootsbaus erworben haben. Nicht wenige renommierte Werften und zahlreiche Großserienhersteller lassen ihre Rumpfschalen oder auch ganze Boote bei unseren östlichen Nachbarn bauen, die eine lange Schiff- und Bootsbautradition vorweisen können. Neben einer hohen Effizienz und tadelloser Qualität kann hier mit günstigen Fertigungskosten und damit attraktiven Preisen auf Grund des geringeren Lohnniveaus gepunktet werden.

Ob als „Open“, als „Cabin“, mit oder ohne Achterkabine oder als T-Top in der von uns gefahrenen Version: Ein Rumpf, fünf Varianten – die modulare Fertigung ermöglicht neben einem hohen Individualisierungsgrad und dem Anspruch den unterschiedlichsten Kundenwünschen und den verschiedensten Anforderungen unterschiedlicher Reviere gerecht werden zu können, auch die Möglichkeit einer rationellen Fertigung und Montage und damit auch preislich einem interessanten Angebot.

Die Produktion startete im Frühjahr 2014, der Vertrieb begann erst einmal im skandinavischen Raum. Deutschlandpremiere war die boot Düsseldorf 2015. Ca. 100 Boote sind bis dahin bereits in anderen Ländern verkauft worden. Ein beeindruckender Auftakt der Marke, die für den Herbst 2015 bereits eine 37 Fuß Version mit Doppelmotorisierung, basierend auf dem gleichen Konzept angekündigt hat.

Siehe auch: hier

Ahnen hin, konstruktive Verwandtschaft her – wer Axopar sagt, muss auch wissen, das nicht z.B. Paragon gemeint ist. Die Konzepte sind anders, die Ausrichtungen sind völlig verschieden. Eine Axopar ist ein eigenständiges Konzept, das nichts kopiert, sondern Bewährtes neu definiert und interpretiert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Händlervertretung in fast allen Ländern über das Vertriebs- und Servicenetz der Paragon- und Nimbus Händler geht. Hier kann die Marke funktionierende Strukturen nutzen und arbeitet mit Händlern zusammen, die seit Jahren oder z.T. sogar seit Jahrzehnten ein hohes Renommee in der Branche haben. Dem Kunden nützt es, da er sich hier auf eine Partnerschaft mit seriösen und erfahrenen Fachleuten verlassen kann. Die Firma „Boote Polch“ in Traben Trarbach an der Mosel übernimmt den Service und die Vertretung für Süddeutschland und die Schweiz, die Firma Nautic Yachting ist Ansprechpartner für den Norddeutschen und den Westdeutschen Raum und hat neben dem Standort in der ancora Marina in Neustadt in Holstein zudem ein Büro in Düsseldorf und Partner in Münster und Berlin.

Die konstruktiven, technischen Eckdaten der schlanken Finnin aus polnischer Produktion geben einen Hinweis darauf, dass sich auch die Axopar nicht damit zufrieden gibt, ein Angebot an all jene zu sein, die nur bei Sonnenschein in Wandergeschwindigkeit in die nächste Badebucht dümpeln wollen. 8,6 Meter Rumpflänge, 2,85 „Schmäle“ – von Breite wird hier wohl keiner reden wollen – steiler, gerader Vorsteven, 22 Grad Kimmwinkel im Vorschiff, Zwei-Stufenrumpf, 150 bis 300 PS empfohlene Motorleistung - zahm geht anders. Der Test soll zeigen, ob das auch zu bändigen ist.

Die Boote werden ab Werft mit Mercury Motoren ausgeliefert, deren Zusammenspiel mit dem Rumpf den Herstelleraussagen zufolge am besten harmonierte. Mit dem nominell 250 PS starken Verado 250 Pro am Heck ist auch unser Testboot bestens bestückt. Laut Prüfstand werden den "Pro" Motoren Mercury Aussagen zufolge auch ein paar Pferdestärken mehr zugesprochen. Bis zu 275 sollen es real sein. Wie auch immer, soviel sei verraten: In der Paarung mit dem Revolution 4 Prop mit 17er Pitch auf der Welle, kam nie der Eindruck auf, dass es an Leistung mangelt.



Die Version mit geschlossener Kabine gibt’s optional bestimmt auch mit einer Heizung. Daniel Goertz, Geschäftsführer der Firma Nautic Yachting, hat aber natürlich eine offene T-Top Version bestellt. „Ich mag gerne offen fahren…“ hatte er noch in der geheizten Messehalle bemerkt. Das Termometer zeigt derzeit minus 2 Grad. Eine „Cabin“ in der auffälligen, grau lackierten „R“ Version liegt bei Boote Polch an der Mosel zu Besichtigung. Na dann – Handschuhe an, Jacke zu, Mütze auf und los!

Die Testfahrt gestaltete sich aufgrund der ruppigen Bedingungen im frühen Jahr recht aufschlussreich. Gerade bei einem Boot wie der Axopar, bei der das Attribut „seegängig“ quasi in der Auflistung der Standardspezifikationen mit verkauft werden soll – wäre es für die Redaktion fast schon verpflichtend, einen Test bei Sonnenschein und glattem Wasser wegen „schlechtem Wetter“ abzusagen. Auf einem Ententeich fährt schließlich auch ein Waschzuber. Nicht so am Testtag. 4-5 Windstärken in der Neustädter Bucht und einen guten Meter Welle empfingen die Testcrew schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen, draußen legte der Wettergott sogar noch etwas nach und vereinzelt schoben sich die Roller der vom Ostwind aufgewühlten See in den Testparcours der Lübecker Bucht und stellten Boot und Testcrew auf die Probe.

Vorab gesagt: Idealerweise sind die Boote die wahren Helden der Test-Story, und diese Heldenrolle passte unserer Axopar perfekt. Bei 25 bis 30 Knoten Marschfahrt in der kurzen, steilen Welle war an diesem frostigen Februar Morgen der einzige limitierende Faktor die Außentemperatur, die bei der Crew irgendwann dann doch den Wunsch aufkommen ließ, das offene Boot auf der Ostsee mit einem Pott Kaffee im geheizten Nautic-Yachting Büro zu vertauschen.

Den ausführlichen Testbericht mit Aussagen zum Konzept, der Bauausführung, zahlreichen Details, Messergebnissen und objektiven Fahreindrücken lesen Sie in der Ausgabe 6 der WasserSport. Erhältlich ab dem 20. Mai im Abo, als E-Paper oder in den BAUHAUS NAUTIC Fachcentren.(cs)

http://www.nautic-yachting.com

http://www.bootepolch.de

http://www.axopar.com

Technische Daten Axopar 28 T-Top:

Bezeichnung
Gesamtlänge 8,99 m
Breite 2,85 m
Trockengewicht 1.690 kg
Batterien 1 x 12V - 75 Ah
Brennstoff 260 l
Antriebsalternativen Mercury-Außenborder 150 - 300 PS
Vmax. ca. 36 - 45 kn je nach Motorisierung / CE Kategorie: "C"



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Veröffentlicht am : 19.02.2015