Motoren

US-Bootsindustrie zeichnet Volvo Penta aus

Nach der speziellen Erwähnung beim Dame Award auf der METS und dem europäischen Innovation Award auf der Flaggship-Night auf der boot Düsseldorf wird Volvo Penta anlässlich der Miami International Boat Show mit einem weiteren Award für die Entwicklung einer Joystick-Steuerung für Doppelmotorenanlagen mit Wellenantrieb ausgezeichnet.

v.li.: Jens Bering, Fredrik Celander, Ron Huibers und Björn Ingemanson von Volvo Penta bei der Verleihung des 2017 Innovation Award auf der Miami International Boat Show

v.li.: Jens Bering, Fredrik Celander, Ron Huibers und Björn Ingemanson von Volvo Penta bei der Verleihung des 2017 Innovation Award auf der Miami International Boat Show

Amsterdam, Düsseldorf, Miami – Volvo Penta räumt die internationalen Auszeichnungen ab. Die National Marine Manufacturers Association (NMMA) und Boating Writers International (BWI) zeichneten den schwedischen Motorenhersteller für die Entwicklung einer Joysticksteuerung aus, die es ermöglicht Boot und Yachten mit Doppelmotorisierung und Wellenantrieb via Joystick zu steuern und zu manövrieren.

Auch im WasserSport-Praxistest konnte die Anlage voll überzeugen und das Fahren und Manövrieren einer 48 Fuß Cranchi Atlantique, befeuert mit zwei der neuen D8-600 Motoren in Kombination mit ZF286 Wendegetrieben, gestaltetet sich spielerisch. Dabei war die Anlage selbstverständlich in die Electronic Vessel Control integriert und Bestandteil des vernetzten Volvo Penta Systems, dessen Anzeigen sich übersichtlich und frei konfigurierbar im preisgekrönten Glass Cockpit System bündeln.

Drive & Dock

Zwei Modi hält der Joystick unabhängig von der Art des Antriebs auf Knopfdruck bereit: Einer zum Fahren –der „Drive mode“ – und einer zum Manövrieren – der „Docking mode“. Während der Fahrmodus technisch schnell erklärt und einfach nachzuvollziehen ist – Gas geben über die Fahrhebel, Steuern über den Joystick, dessen Befehle in diesem Falle über eine elektronisch angesteuerte Rudermaschine an die Schubstange der beiden Ruder weitergegeben wird, hält der Docking mode einiges an technischer Komplexität bereit. Im Gegensatz zum drehbaren IPS Antrieb werden hier die Ruder über besagte Rudermaschine in Verbindung mit dem Propellerschub, der Getriebeumsteuerung, der Motordrehzahl und des Bugstrahlers genutzt. Das System kalkuliert dabei die optimale Balance zwischen den einzelnen Einfluss gebenden Komponenten wie Rudereinschlagswinkel, Propellerschub und –richtung und Bugstrahler.

Propeller, Ruder, Bugstrahler

Im Vergleich zum IPS-Antrieb konnte ein etwas zügigeres Drehen der Yacht um die Querachse einerseits und die Notwendigkeit einer zwar etwas sensibleren aber unproblematischen Korrektur der Gier-Neigung des Bugs beim Querversetzen andererseits beobachtet werden. Das seitliche Versetzen des Hecks funktioniert über die Rudereinschlagswinkel und den so bei Vorausfahrt entsprechend abgeleiteten Propellerstrom. Dabei läuft eine Maschine voraus. Deren Propellerschub wird durch den Rudereinschlag seitlich nach hinten, entgegen der beabsichtigten Quer-Vorausfahrt abgelenkt, während die andere Maschine durch perfekt ausbalancierte, leichte Fahrt zurück die durch die vorauslaufende Maschine und den Rudereinschlag ausgelöste Drehbewegung des Schiffes kompensiert. Andersherum funktioniert es bei seitlich-achterer Rückwärtsfahrt, nur das hier der seitliche Versatz durch die in Rückwärtsfahrt angeströmten, eingeschlagenen Ruderblätter zustande kommt. Der Bugstrahler wird dabei lediglich zum direkten, seitlichen Versetzen des Bugs im Quer-Fahrmodus genutzt. Hier empfehlen die Volvo Penta Ingenieure, einen etwas stärkeren Bugstrahler als üblich zu installieren. Ein Heckstrahlruder ist – selbst wenn es zusätzlich an Bord vorhanden ist – nicht im System integriert und auch nicht notwendig. Im „Thruster –mode“ sind ebenfalls per Knopfdruck die Querstrahlruder auch einzeln auf den Joystick zuschaltbar, so dass ein Extra-Bedienpanel hierfür entfallen kann.

Perfekt vernetzt

Wie auch bei den anderen Volvo Penta Antriebssystemen können natürlich auch hier Autopilot und Joystick miteinander vernetzt werden, was eine sehr übersichtliche Kontrolle und Steuerung des Autopiloten möglich macht: Schaltet man in den „Drive-Mode“ ist der Autopilot aktiviert und hält den eingeschlagenen Kurs. Wird der Stick gedreht, wird ein neuer Kurs gesetzt, wird er geneigt, fährt man z.B. ein Ausweichmanöver und der Autopilot geht anschließend wieder selbsttätig auf den alten Kurs. All das ist sehr übersichtlich auf einer Skala mit Gradeinteilung auf dem entsprechenden Monitor zu sehen, auf dessen Anzeige beim Umschalten auf den Drive-Mode auf Wunsch automatisch gewechselt wird. Auch das selbstständige Halten der Yacht z.B. auf Warteposition vor einer Schleuse oder beim Angeln ist via GPS und Autopilotvernetzung möglich. Muss schnell reagiert werden – z.B. bei Kollisionsgefahr – kann sowohl über den Joystick als auch über das Steuerrad eingegriffen werden, dessen Betätigung den Autopiloten dann deaktiviert. Die Installation weiterer Steuerstände ist so mit geringem technischem Aufwand möglich. So waren auf unserer Test-Yacht gleich vier Joysticks installiert. Je einer im Innenfahrstand und auf der Fly und zwei weitere seitlich achtern Backbord und Steuerbord, über die das Schiff mit perfekter Übersicht in die Box oder an die Pier gefahren werden konnte.

Fazit:

Egal also ob IPS, Stern-Drives oder neuerdings auch Wellenantriebe – solange eine Doppel-oder Mehrfachantriebsanlage installiert wird, ist der Volvo Penta Joystick optional erhältlich und kann im Zusammenspiel der voll vernetzten Volvo Penta Electronic Vessel Control Komponenten aber auch als Einzelinstallation voll überzeugen. (cs)

http://www.volvopenta.com

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Veröffentlicht am : 25.02.2017