Seekarten

BSH veröffentlicht neue Antarktiskarte

Die nun vollständige Serie der deutschen Antarktiskarten, bestehend aus der INT 9055, 9057 und 905, ermöglicht die sichere Navigation im Weddellmeer und dem westlichen Seegebiet vor Dronning Maud Land, an dessen Küste sich die deutsche Antarktisstation Neumeyer III befindet.

Das Südpolarmeer gehört zu den am wenigsten erforschten Gebieten der Welt, das neben Forschungsschiffen auch zunehmend Kreuzfahrtschiffe befahren. Zum Teil stützt sich die dortige Schifffahrt noch heute auf die überlieferten Beobachtungen, die James Cook auf seinen Fahrten notierte. Als Partner des internationalen Antarktisvertrages von 1991 verpflichtete sich Deutschland zur Herausgabe von drei Seekarten des internationalen Seegebietes Weddellmeer und des Seegebietes vor Dronning Maud Land. Die Herstellung zuverlässiger Seekarten dient der Sicherheit der Seeschifffahrt und dem Schutz der Umwelt in dieser besonders sensiblen Region.

Die Antarktis ist ein Naturreservat, das vor allem der wissenschaftlichen Forschung gewidmet ist. Heute unterhalten 29 Staaten rund 80 Forschungsstationen in der Antarktis. Auch die deutsche Neumayer-Station III befindet sich dort. Dort befasst man sich unter anderem mit Klimatologie und Meteorologie mit dem Schwerpunkt Klimaveränderungen, Ozeanographie, Meeresbiologie und Glaziologie.

Die neueste Antarktiskarte INT 905 „Weddellmeer, nördlicher Teil“ erfasst den nördlichen Teil des Weddellmeeres, begrenzt durch die antarktische Halbinsel im Westen und die South-Sandwich-Inseln im Norden. Wegen der schwierigen Bedingungen in der Polarregion im Weddellmeer sind die dafür auszuwertenden Informationen nur mit extremem Aufwand zu erheben. Wichtige Beiträge lieferten internationale Forschungsfahrten und die Auswertung von Satellitendaten.

Für die jetzt veröffentlichte Seekarte standen den Experten des BSH und dem Alfred-Wegener-Institut - Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) die umfangreichen Daten zur Verfügung, die das deutsche Forschungsschiff Polarstern gesammelt hat. In Kombination mit digitalen Tiefenlinien, Echolot-Daten aus dem Geophysical Data System (GEODAS) und den Daten britischer Forschungsschiffe konnte ein flächendeckendes Tiefenbild erzeugt und kartographisch ausgewertet werden.

Für die Abgrenzung zum Festland wurde die aus Satellitendaten abgeleitete Küstenlinie „World Vector Shoreline“ des GEODAS verwendet und für die Seekartendarstellung aktualisiert. Die Karte enthält als zusätzliche navigationsrelevante Information die mittleren Eisgrenzen vom 15. jeden Monats von Januar bis März (Antarktischer Sommer). Zudem wurden Berechnungen zur Darstellung der magnetischen Missweisung und umfangreiche Recherchen zur namentlichen Benennung der abgebildeten Gebiete angestellt. Abschließend wurde die entstandene Seekarte mit den geographisch anschließenden Antarktis-Karten Argentiniens, Brasiliens, Chiles, Großbritanniens und Norwegens harmonisiert. Diese Internationalität der Kartierung antarktischer Gewässer ist gewollt: Die Mitgliedsstaaten des internationalen Antarktisvertrages haben diese weltweit einmalige Arbeitsteilung im Rahmen ihrer Zusammenarbeit in der Internationalen Hydrographischen Organisation bereits in den neunziger Jahren vereinbart.

Weitere Informationen: Die drei Karten INT 905 (Weddelmeer, nördlicher Teil), INT 9055 (Atka Iceport bis Trolltunga und INT 9057 (Ansteuerungen von Atka Iceport) können jeweils zum Preis von 30 Euro in jeder Buchhandlung bestellt werden.

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Veröffentlicht am : 28.03.2017