DAME Award

Besondere Erwähnung für Volvo Penta beim DAME Award

Die Entwicklung einer Joystick-Steuerung für Boote und Yachten mit Wellenantrieb und Doppelmotorisierung ist im Zuge der Vergabe des international angesehenen DAME-Awards besonders erwähnt worden.Ziel ist es, den Komfort und die Sicherheit im Umgang mit der Yacht zu erhöhen. Die Komplexität übernimmt dabei die Technik, der Mensch muss sie nur noch bedienen.

Neuester Coup der Schweden: Die Möglichkeit der Joystick-Steuerung bei der Installation einer konventionellen Doppel-Inbord Motoreninstallation mit Wellenanlage. Kompatibel ist das System ab der Volvo Penta D3 Motorisierung aufwärts.

Drive & Dock

Zwei Modi hält der Joystick unabhängig von der Art des Antriebs auf Knopfdruck bereit: Einer zum Fahren –der „Drive mode“ – und einer zum Manövrieren – der „Docking mode“. Während der Fahrmodus technisch schnell erklärt und einfach nachzuvollziehen ist – Gas geben über die Fahrhebel, Steuern über den Joystick, dessen Befehle in diesem Falle über eine elektronisch angesteuerte Rudermaschine an die Schubstange der beiden Ruder weitergegeben wird, hält der Docking mode einiges an technischer Komplexität bereit. Im Gegensatz zum drehbaren IPS Antrieb werden hier die Ruder über besagte Rudermaschine in Verbindung mit dem Propellerschub, der Getriebeumsteuerung, der Motordrehzahl und des Bugstrahlers genutzt. Das System kalkuliert dabei die optimale Balance zwischen den einzelnen Einfluss gebenden Komponenten wie Rudereinschlagswinkel, Propellerschub und –richtung und Bugstrahler.

Propeller, Ruder, Bugstrahler

Im Vergleich zum IPS-Antrieb konnte im WasserSport-Test ein etwas zügigeres Drehen der Yacht um die Querachse einerseits und die Notwendigkeit einer zwar etwas sensibleren aber unproblematischen Korrektur der Gier-Neigung des Bugs beim Querversetzen andererseits beobachtet werden. Das seitliche Versetzen des Hecks funktioniert über die Rudereinschlagswinkel und den so bei Vorausfahrt entsprechend abgeleiteten Propellerstrom. Dabei läuft eine Maschine voraus. Deren Propellerschub wird durch den Rudereinschlag seitlich nach hinten, entgegen der beabsichtigten Quer-Vorausfahrt abgelenkt, während die andere Maschine durch perfekt ausbalancierte, leichte Fahrt zurück die durch die vorauslaufende Maschine und den Rudereinschlag ausgelöste Drehbewegung des Schiffes kompensiert. Andersherum funktioniert es bei seitlich-achterer Rückwärtsfahrt, nur das hier der seitliche Versatz durch die in Rückwärtsfahrt angeströmten, eingeschlagenen Ruderblätter zustande kommt. Der Bugstrahler wird dabei lediglich zum direkten, seitlichen Versetzen des Bugs im Quer-Fahrmodus genutzt. Hier empfehlen die Volvo Penta Ingenieure, einen etwas stärkeren Bugstrahler als üblich zu installieren. Ein Heckstrahlruder ist – selbst wenn es zusätzlich an Bord vorhanden ist – nicht im System integriert und auch nicht notwendig. Im „Thruster –mode“ sind ebenfalls per Knopfdruck die Querstrahlruder auch einzeln auf den Joystick zuschaltbar, so dass ein Extra-Bedienpanel hierfür entfallen kann.

Perfekt vernetzt

Wie auch bei den anderen Volvo Penta Antriebssystemen können natürlich auch hier Autopilot und Joystick miteinander vernetzt werden, was eine sehr übersichtliche Kontrolle und Steuerung des Autopiloten möglich macht: Schaltet man in den „Drive-Mode“ ist der Autopilot aktiviert und hält den eingeschlagenen Kurs. Wird der Stick gedreht, wird ein neuer Kurs gesetzt, wird er geneigt, fährt man z.B. ein Ausweichmanöver und der Autopilot geht anschließend wieder selbsttätig auf den alten Kurs. All das ist sehr übersichtlich auf einer Skala mit Gradeinteilung auf dem entsprechenden Monitor zu sehen, auf dessen Anzeige beim Umschalten auf den Drive-Mode auf Wunsch automatisch gewechselt wird. Auch das selbstständige Halten der Yacht z.B. auf Warteposition vor einer Schleuse oder beim Angeln ist via GPS und Autopilotvernetzung möglich. Muss schnell reagiert werden – z.B. bei Kollisionsgefahr – kann sowohl über den Joystick als auch über das Steuerrad eingegriffen werden, dessen Betätigung den Autopiloten dann deaktiviert. Die Installation weiterer Steuerstände ist mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand möglich.

http://www.volvopenta.com

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Veröffentlicht am : 16.11.2016