Lackieren

Grundlagen schaffen - Richtig Grundieren

Grundlage für eine dauerhafte Lackierung ist die Grundierung. Sie bildet das Fundament für den Lack, zeichnet sich durch eine hohe Adhäsion = Anhaftung an der Materialoberfläche aus und dient damit als „Haftvermittler“ zwischen dem eigentlichen Rumpfmaterial und dem Lack, da dessen Adhäsion nicht ausreichen würde.

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Spannungen durch Wärmedehnung und Alterungsprozesse würden binnen kurzer Zeit dazu führen, dass der Lack reißt und abblättert. Ein Anhaltspunkt für die richtige Schichtstärke kann der Farbverbrauch sein. Niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit sind fast ein Garant für schlecht aushärtende Materialien und später stumpfe und schlecht haftende Lackierungen. War dann noch etwas Kondensat auf der Rumpfoberfläche, kann sich der Eigner sicher sein, viel Mühe und Geld für ein schlechtes Ergebnis investiert zu haben. Geheizte Räumlichkeiten im Winter sind damit eine gute Investition. Alternativ sollte eine Lackierung eher während der Sommermonate bei entsprechenden Temperaturen stattfinden. Eine dauerhafte Grundierung für das Unterwasserschiff und einen guten sog. Hydrolyseschutz d.h. einen Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit in das Laminat des Bootes bieten Epoxidgrundierungen, die von den Farbherstellern passend zu den Endlacken angeboten werden. In den Bauhaus Nautic Fachcentren werden Sie hierzu beraten. Nachdem Schadstellen ggf. laminiert, gespachtelt und geschliffen wurden, wird nun die Grundierung aufgetragen. Fünf bis sechs Schichten sollten es sein, um die notwendige Schichtstärke zu erreichen und einen zuverlässigen Hydrolyseschutz sicherzustellen. Die Bordwände im Überwasserbereich werden am besten ebenfalls mit einer zweikomponentigen PUR Grundierung grundiert.

Tipp: Nach der ersten Grundierung werden viele Stellen offensichtlich, die nachgespachtelt und verschliffen werden müssen. Kontrollieren Sie den Rumpf daraufhin.

Danach wird der ganze Rumpf mit 180er Sandpapier angeschliffen, gesäubert und die nächste Schicht wird aufgebracht. Werden abwechselnd Grundierungen mit verschiedenen Farbtönen genutzt, kann der Schleifvorgang gut kontrolliert werden. Achtung: Keine Beulen in die Oberfläche schleifen! Fläche bekommt man am besten per Hand mit dem Schleifbrett hin. Sind die Arbeiten abgeschlossen, sollte der Rumpf idealerweise getempert werden. Durch die zusätzliche Wärme werden letzte Lösungsmittelrückstände in der Grundierung flüchtig und sie härtet richtig durch. Das ist besonders bei Epoxidgrundierungen ein wichtiger Vorgang, der auf die Widerstandsfähigkeit einen großen Einfluss hat. Mit ein paar Dachlatten, einer stabilen Baufolie und einem Bau-Luftheizgerät (ACHTUNG: Kein elektrischer Heizlüfter oder Lüfter mit offenem Brenner – Brandgefahr!!) ist auch für den Privatanwender eine kleine „Temperkabine“ machbar. Ansonsten ist hier eine professionelle Lackiererei der richtige Ansprechpartner. Anschließend werden letzte kleine Kratzspuren verspachtelt und verschliffen und die Grundierung mit 180er Sandpapier angeschliffen.

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Grundieren – darauf sollten Sie achten:

  • Überprüfen Sie den Farbverbrauch. Berechnen Sie, wie viel Quadratmeter Fläche zu lackieren sind und vergleichen Sie das mit den Angaben auf der Farbdose zur Ergiebigkeit.
  • Überprüfen Sie die Stoßfestigkeit des Anstrichs und die Haftung mit dem Füllstoff mit einem Messer und Klebeband.
  • Untersuchen Sie die Oberfläche auf kleine Löcher und Kratzer – eventuell ist weiteres Spachteln erforderlich.
  • Überprüfen Sie die Oberfläche auf sog. „Orangenhauteffekt“ – ggf. erneut schleifen. Das verringert aber die Schichtdicke.
  • Den allgemeinen Glanz der Oberfläche überprüfen – dieser gibt eine Aussage über die Ebenheit der Applikation und die Genauigkeit der Profilierung.

Achten Sie auf Spuren von Lösungsmittelgeruch. Sollte hier ein Verdacht bestehen, sollte die Wärme und Belüftung verstärkt werden. Hierdurch sollten letzte Lösungsmittelrückstände verschwinden. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann es für den schlimmsten Fall, der Überapplikation, notwendig sein, den Anstrich zu entfernen, den Untergrund zu trocknen und neu zu beginnen.

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Richtig Grundieren

Eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrundes, die Grundierung, ist das Fundament für eine gute Lackierung. Sie gibt dem Lack den nötigen Halt.

Veröffentlicht am : 06.12.2014