Lackieren

Good Lack! Aber welchen Lack nutzen?

Alt text Wer sich dafür entscheidet, sein Boot oder Teile davon zu lackieren, steht schnell vor der Frage, welches Lacksystem er benutzen soll. Grundsätzlich werden sowohl Ein- als auch Zweikomponentenlacke angeboten.

Der Unterschied besteht im Großen und Ganzen darin, dass der einkomponentige Lack aushärtet, indem das in
ihm gelöste Lösungsmittel verdunstet und eine harte Lackoberfläche bestehen bleibt. Zweikomponentenlacke werden aus dem Lack als solchem und einem Härter angemischt. Hier erfolgt eine chemische Reaktion, die zum Aushärten des Lackes führt. Die Befürchtung vieler Laien, ein zweikomponentiger Lack würde aushärten, bevor man mit dem Lackieren fertig ist, kann hier gleich zu Beginn zerstreut werden. Die Topfzeiten sind i.d.R. lang genug. Zweikomponentenlacke sind i.d.R. widerstandsfähiger und härter als einkomponentige. Deren Verarbeitung ist etwas einfacher, da hier nichts angemischt werden muss. Auch mit Einkomponenten-Lacken kann der Laie bei sorgfältiger Verarbeitung mit der Rolle oder dem Pinsel gute Ergebnisse erzielen. Wer aber eine ganz besonders widerstandsfähige Oberfläche und eine dauerhafte Beschichtung haben möchte, der sollte einen Zweikomponenten-Lack wählen.

Tipp: Wollen Sie eine bereits lackierte Oberfläche nur nachlackieren, versuchen Sie herauszufinden, welches Lacksystem vorher verwendet wurde. Auf einen 1-K Lack sollte kein 2-K System appliziert werden. Unterschiedliche Ausdehnungen und Anhaftungen des alten Untergrundes und der neuen Schicht würden ein dauerhaftes, gutes Ergebnis verhindern.

Grundlage für ein schönes Lackierergebnis ist eine sorgfältige Vorbereitung. Das beginnt mit dem Grundieren, den richtigen Zwischenschliffen der einzelnen Schichten und natürlich mit einer guten Vorbereitung des Arbeitsumfeldes. Egal ob 1-K oder 2-K System – bei allen Lackierungen ist die Verarbeitungstemperatur entscheidend. Zudem sollte die Umgebung staubfrei sein und die zu lackierenden Oberflächen müssen ebenfalls staub- und auch fettfrei sein. Bereits gesäuberte Flächen am besten nicht mehr
mit der bloßen Hand berühren, da bereits das Fett und der Schweiß der Hände hier Anhaftungsprobleme hervorrufen können. Während Profis mit der Spritzpistole in einer gut ausgeleuchteten und belüfteten Lackierkabine arbeiten, sind dies Bedingungen, von denen der Laie meist nur träumen kann. Trotzdem: Auch mit Rolle, Lackierpad oder Pinsel sind gute Ergebnisse und schöne Oberflächen zu erzielen. Eine gut saubere, belüftete Umgebung und die richtige Verarbeitungstemperatur sind aber die elementaren Grundvoraussetzungen dazu. Welche Rolle und welcher Pinsel am besten funktionieren, hängt unter anderem vom Lacksystem ab. Sparen Sie beim Werkzeug nicht am falschen Ende und investieren Sie lieber ein paar Euro mehr in qualitativ gute Pinsel und Rollen. Gute Ergebnisse, erzielt man i.d.R. mit der Schaumrolle, aber auch kurzflorige Lackierrollen können das Mittel der Wahl sein.

Alt text Aber Achtung: Verwenden Sie eine gute Lackierrolle, die auch lösungsmittelfest ist. Langfaserige Fellrollen, wie sie bei der Renovierung der Wohnung und für Binderfarbe gerne verwendet werden, sind für das Lackieren ungeeignet und eigenen sich am Boot bestenfalls für den Auftrag von Antifouling. Tragen Sie den Lack gerade auf senkrechten Rumpfflächen in dünnen Schichten mit der Rolle auf und verschlichten Sie ihn dann anschließend mit einem guten Flachpinsel. Aber: Niemals nachschlichten oder -rollen, wenn der Lack schon angezogen hat!

Tipp: Proben Sie vor dem eigentlichen Lackieren am besten vorher mit einem Probeanstrich z.B. auf einer Sperrholzplatte. Sie erhalten so erste Informationen über das Verhalten, den Verlauf und die Deckung des Lacks, die Wahl des richtigen Pinsels oder der Art der Rolle und können sich auf das Material und Ihr Werkzeug einstellen.

Achten Sie darauf, dass die Trocknungsintervalle und Verarbeitungstemperaturen der Herstellerangaben eingehalten werden. Zwischen den einzelnen Lackschichten sollten Sie auf jeden Fall gemäß Herstelleranweisung zwischenschleifen und dann die Flächen wieder penibel säubern. Helfen können hierbei auch spezielle Staubbindetücher, die über eine leicht klebrige Oberfläche verfügen und so den Staub von der zu lackierenden Fläche aufnehmen. Rollen sollten nur einmal verwendet werden. Gute Pinsel können sorgfältig gesäubert und dann ggf. auch noch weitere Male benutzt werden. Zierstreifen, Wasserpässe u.ä. sollten abgeklebt werden, um saubere Trennkanten zu erhalten. Dabei empfiehlt es sich, hochwertiges Lackierband aus dem Fachhandel zu benutzen. Billiges Kreppband wird von der Farbe gerne unterlaufen, so dass am Ende ausgefranste, unsaubere Kanten entstehen. Lassen Sie sich beim Abkleben Zeit und Ruhe, um ein exaktes Ergebnis zu erzielen. Nach dem Abbinden der Farbe sollte das Klebeband dann alsbald abgezogen werden. Wird es zu lange am Rumpf belassen, passiert es leicht, dass die Klebeschicht in Teilen an der Oberfläche hängenbleibt. Sie ist dann oft nur mit Lösemitteln zu entfernen. Dass hierbei die zuvor mühsam abgeklebte Lackkante beschädigt wird, ist fast vorprogrammiert.

Wie beurteilen Sie die Wetterlage nach diesem Artikel?


Flaute
 
Brise
 
Böe
 
Sturm
 
Orkan
 
Ratgeber Alle Artikel
test

Schnelle Hilfe für's Boot

Gerade bei älteren Gebrauchtbooten können Risse im Gelcoat, Abplatzungen und Schäden bis aufs Laminat eine Sanierung erforderlich machen.

test

Mit Polierscheibe und Politur

Mit einer Polierscheibe und spezieller Bootspolitur können auch stumpfe Gelcoats und matte Lacke wieder zum Glänzen gebracht werden.

test

Richtig Grundieren

Eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrundes, die Grundierung, ist das Fundament für eine gute Lackierung. Sie gibt dem Lack den nötigen Halt.

Veröffentlicht am : 05.12.2014