Elektro-Motoren

Torqeedo „Electric Days“: Modern, elektrisch, sexy

Internationale Fachjournalisten der Wassersport-Branche und der Technik-Redaktionen großer Wochenzeitungen waren eingeladen, die elektrischen Bootsantriebe des bayrischen E-Motorenherstellers Torqeedo in der Praxis an unterschiedlichen Booten Probe zu fahren.

Ultraleichtes Sportboot der Kaiser Bootsmanufaktur mit dem neuen Torqeedo Cruise 10.0 R Außenborder mit 10 kW.

Ultraleichtes Sportboot der Kaiser Bootsmanufaktur mit dem neuen Torqeedo Cruise 10.0 R Außenborder mit 10 kW.

Vom schnellen, ultraleichten, Jet-angetriebenen Sportflitzer der Kaiser Bootsmanufaktur, über den innovativen Designboats Tender aus der Schweiz, der eleganten österreichischen Frauscher 650 Alassio bis zu den schwedischen Kreuzeryachten Nimbus 305 Coupé und dem Torqeedo Test-und Versuchsboot für die Hochvolt-Motoren, einer Nimbus 365 Coupé, reichte das ebenfalls internationale Boots-Portfolio der Flotte, die Torqeedo und die beteiligten Werften auf dem Starnberger See zusammengezogen hatte.

Zudem gewährte Torqeedo einen Einblick in die Fertigung und die aufwendigen technischen Testverfahren, die am Unternehmens-Standort in Gilching im oberbayrischen Landkreis Starnberg durchgeführt werden. Deutlich wurde dabei in den Gesprächen mit den Technikern und Entwicklern, dass die Entwicklung neuer Techniken alleine nicht der Schlüssel zum Erfolg sein kann. Wichtig ist es, laut den Torqeedo-Verantwortlichen, eine ganzheitliche Sichtweise an den Tag zu legen und zu prüfen, wo und in welcher Form die Motoren sinnvoll eingesetzt werden können. „Das Entdecken von einzelnen Marktnischen, die zusammen das Potential bieten, Stückzahlen zu fertigen, die eine industrielle Produktion der Motoren auch unter wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigen, ist ein wichtiger Aspekt und ein Schlüssel des Erfolgs der letzten Jahre“, so Christoph Ballin, Mitgründer und CEO des Starnberger Unternehmens.

Eingesetzt werden die Motoren neben dem Freizeitbereich auch bei den unterschiedlichsten kommerziellen Anwendungen. So haben sich die leistungsstarken Außenborder der Deep Blue Serie beispielsweise beim Einsatz auf Beibooten von Kreuzfahrtschiffen bewährt, mit denen die Gäste an Land gebracht werden. „ Hier haben wir einen klassischen Fall, in dem der Einsatz eines E-Motors klare, ganz praktische Vorteile bringt“, weiß Ballin. Die Lagerung von hoch entzündlichem Benzin als Kraftstoff der Verbrennungs-Außenbordmotoren, die vorher auf den Booten eingesetzt wurden, ist an hohe Sicherheitsauflagen an Bord der Passagierschiffe gekoppelt. Zudem muss für den Nachschub des Brennstoffs gesorgt werden. „Elektrizität zum Wiederaufladen der Batterien unserer Deep Blue Außenbordmotoren wird an Bord dieser Schiffe durch die Dieselgeneratoren hingegen sowieso erzeugt. Es entfällt die Beschaffung, Lagerung und der Verbrauch der Kraft- und Schmierstoffe, und die aufwändige, regelmäßige Wartung der Motoren. Das macht die Motoren aus wirtschaftlicher Sicht und unter ganz praktischen Gesichtspunkten interessant. Zudem können die Boote in umweltsensiblen Gebieten wie z.B. in den Polarregionen viel problemloser ohne die Gefährdung der Umwelt durch Emissionen und die Gefahr auslaufender Kraft- und Schmierstoffe operieren“, erläutert Ballin.

Auch im Bereich der Freizeitschifffahrt gibt es laut Ballin genug Einsatzmöglichkeiten, in denen ein elektrisches Antriebssystem – sei es vollelektrisch oder als Hybridlösung – eine sinnvolle Alternative bzw. sogar die bessere Wahl ist. Zwar sind die elektrischen Systeme auch auf dem Wasser noch nicht so weit, Verbrennungsmotoren in allen Bereichen ersetzen zu können, aber auch hier gilt: Viele Nischen ergeben die wirtschaftliche Möglichkeit für größere Stückzahlen. So sind z.B. die Lizenzen für den Betrieb der Verbrennungsmotoren auf den sog. „Green Lakes“ in Süddeutschland und Österreich z.T. erst nach einer Wartezeit von über zehn Jahren erhältlich. An einigen Seen ist der Betrieb sogar völlig untersagt. Motorbootfahren wird hier aus Umweltschutzgründen sehr stark eingeschränkt. Die Torqeedo-Elektromotoren mit ihren hohen Wirkungsgraden kommen schon deshalb hier bevorzugt zum Einsatz.

„Wir müssen aber darauf achten, nicht als eine Marke wahrgenommen zu werden, deren Produkte nur dann eingesetzt werden, wenn z.B. etwas Anderes verboten ist. Das macht keinen Spaß“, so Ballin. „Torqeedo-Motoren sollen aber Spaß machen, denn das ist die Motivation bei der Freizeitgestaltung auf dem Wasser und auch unsere Motivation bei der Entwicklung. Sie sollen eine echte Alternative mit erlebbaren Benefits sein. Dazu gehören z.B. das besonders leise Fahren mit dem Boot, ein sehr gutes Beschleunigungsverhalten, die Möglichkeit des Befahrens neuer Reviere oder auch in wirtschaftlicher Hinsicht etwa geringe Wartungskosten und niedriger Energieverbrauch bei hohen Wirkungsgraden und auch mal hohe Geschwindigkeiten. Dazu kommen Aspekte, wie ein ansprechendes Design und eine hohe Funktionalität und ein völlig unkompliziertes und kinderleichtes Handling. Tools wie z.B. eine praktische Smartphone App oder Solar-Ladetechnik ergänzen das und erhöhen den Spaß im Umgang mit den Motoren“, erklärte Ballin mit Überzeugung.
Torqeedo Motoren und Energiesysteme erfüllen heute die höchsten technischen Anforderungen, wie sie auch in der Autoindustrie Standard sind. Sie haben im Bereich der elektrischen Bootsantriebe Maßstäbe gesetzt, die u.a. z.B. von großen Werften und Versicherern als Anforderungsprofil solcher Anlagen übernommen wurden. Voraus gingen langwierige, umfangreiche Risikoanalysen, Bewertungen und aufwendige Testverfahren. „Das sind Aufgaben und Investitionen, denen man sich stellen muss, wenn man so etwas professionell im industriellen Maßstab umsetzen will“, ist Christoph Ballin überzeugt.

Angefangen hat die Torqeedo-Geschichte mit der Entwicklung des ersten E-Motors für Ballins eigenes Boot in einem kleinen Bootshaus am Starnberger See. Aus dem Pionier im Bereich der Elektromobilität auf dem Wasser hat sich seit der Gründung ein Marktführer entwickelt, dessen Motoren Rekordwerte in Sachen Wirkungsgrad, Reichweite und Leistung im Vergleich zu anderen E-Motoren aufweisen. Das Produkt-Portfolio umfasst derzeit Außen- und Innenborder, elektrische Antriebe und Hybridantriebe von 1 bis 80 PS. Dazu gibt es jede Menge funktionelles und innovatives Zubehör – von Lithium-Batterien, über Solar-Ladetechnik bis hin zu Smartphone Apps.(cs)

http://www.torqeedo.com

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Veröffentlicht am : 22.06.2016